Brief an Bundesregierung: Konjunkturprogramm Erneuerbare Wärme

ENERGYPEACE Mureck, am 22.12.2011

Betreff:
Konjunkturprogramm Erneuerbare Wärme
Strafzahlungen für Treibhausgasemissionen
Schuldenwirtschaft und Ehrlichkeit

An die Mitglieder der österreichischen Bundesregierung

Sehr geehrte Regierungsmitglieder!

Als Beitrag zur laufenden Diskussion um die Wirtschaftspolitik erlauben wir uns Ihnen folgende Überlegungen vorzutragen:

Konjunkturprogramm Erneuerbare Wärme
Im Hinblick auf die einbrechende Konjunktur wäre es falsch, nur an Einsparungen und Steuererhöhungen zu denken, vielmehr sind auch Konjunkturimpulse durch intelligente Investitionsprogramme notwendig, die in Zukunft nicht laufende Kosten verursachen sondern Einsparungen ermöglichen.
Daher wiederholen wir unseren Vorschlag, zu Beginn des Jahres 2012 ein Investitionsprogramm Erneuerbare Wärme für Privathaushalte mit einem Fördervolumen von 150 Mio. Euro jährlich, durch fünf Jahre hindurch, zu starten und die dazu notwendigen Mittel durch eine überfällige Anpassung des Förderzinses für die inländische Öl- und Gasförderung im Wege eine Novellierung des Mineralrohstoffgesetzes aufzubringen.
Ein derartiges Programm würde nicht nur 1000e neue Arbeitsplätze schaffen, sondern auch die Staateinnahmen deutlich erhöhen durch höhere Einnahmen bei der Mehrwertsteuer, der Lohnsteuer, den Sozialversicherungsbeiträgen und durch Einsparungen bei der Unterstützung für Arbeitslose und den Ankauf für C02 Verschmutzungsrechte. (Näheres siehe Beilage Im Überblick)

Strafzahlungen für Treibhausgasemissionen
Als Folge der Energie- und Klimapolitik der letzten zehn Jahre rangiert Österreich hinsichtlich der Einhaltung seiner Kyoto-Verpflichtungen im EU Ranking an letzter Stelle und muss deswegen rund eine Milliarde Euro sinnloser Weise für den Ankauf von Verschmutzungsrechten (heiße Luft!) an das Ausland zahlen.
Der obige Vorschlag erneuerbare Wärme ist eine konkrete, wirksame Maßnahme um in Zukunft im Wärmebereich Millionen Tonnen C02 einzusparen und so künftige Strafzahlungen zu verringern. Allerdings sind in Zukunft weitere Maßnahmen notwendig, um bis 2040 die C02 Emissionen von derzeit über 8 Tonnen/Kopf auf unter 2 Tonnen/Kopf zu reduzieren. Das ist das Mindesterfordernis um einen Temperaturanstieg um über zwei Grad zu verhindern. Eine straffe Koordination der Energie- und Klimapolitik und der Verzicht auf weitere Investitionen in fossile Energiestrukturen sind dazu unerlässlich.

Schuldenwirtschaft und Ehrlichkeit
Hinsichtlich der Schuldenprobleme wünschen wir uns mehr Ehrlichkeit in der Information der Öffentlichkeit. Die Wahrheit ist der Öffentlichkeit zumutbar. Da ist von Regierungsstellen auf der einen Seite die Rede von einem Fehlbetrag von 2-3 Milliarden Euro, von einer Sanierung nur durch Ausgabenkürzung und auf der anderen Seite von einem Riesenpaket neuer Steuern. Diese Ansagen sind allesamt unglaubwürdig. Im Budget des Finanzministeriums für 2012 stehen den Ausgaben von 73,6 Milliarden Einnahmen von 64,4 Milliarden gegenüber, der Fehlbetrag beträgt 9,2 und nicht zwei oder drei Milliarden Euro.
Wenn die Schulden nicht weiter erhöht werden sollen (Schuldenbremse) muss eine Lücke von mindestens 9,2 Milliarden Euro geschlossen werden, bei sinkender Konjunktur und rückläufigen Einnahmen wird die Lücke noch größer! Dabei ist bei diesen 9,2 Milliarden von einer Schuldenrückzahlung noch gar nicht die Rede.
Wir wünschen uns von der Regierung eine ehrliche Information über das wahre Ausmaß der Probleme und das Bekenntnis, dass diese Probleme nur durch eine Kombination von wirksamen Einsparungen, gut überlegten Steuererhöhungen und Konjunkturimpulsen insbesondere im Bereich der erneuerbaren Energien und der technologischen Innovation bewältigt werden können.
Wir erlauben uns abschließend den Mitgliedern der Bundesregierung frohe Weihnachtstage und viel Erfolg im Interesse Österreichs im Jahre 2012 zu wünschen.

Mit freundlichen Grüßen

ENERGYPEACE Akteure
DI. Hellfried Hainzl Dr. Heinz Kopetz ÖK. Rat Karl Totter

Gegen die Förderung von Schiefergas!

Für ein Verbot der Schiefergasförderung in Österreich

Was ist Schiefergas?
Schiefergas ist Methan (Erdgas), das in Gesteinsformationen eingeschlossen ist und bis vor wenigen Jahren mit den herkömmlichen Fördertechniken nicht gewonnen werden konnte. In den USA wurden vor einigen Jahren neue Techniken entwickelt, die darin bestehen, dass große Mengen Wasser versetzt mit einem Mix von Chemikalien unter Druck in Bohrungen, die zuerst vertikal und dann horizontal verlaufen, eingebracht werden und dadurch diese Gasvorkommen nutzbar machen.

Die Umweltgefährdung
Allerdings ist damit eine beachtliche Umweltgefährdung verbunden. In einem Fernsehbeitrag am 23.11. 2011 Weltjournal war zu sehen, welche Probleme die Gewinnung von Schiefergas herbeiführen Kann: Das Grundwasser wird vergiftet, in einigen Fällen brennt das Wasser, das aus den Leitungen kommt wegen des hohen Methangehalts, es gibt andere Fälle, wonach Menschen beim Duschen ohnmächtig wurden wegen des hohen Gasgehalts im Wasser etc. Dazu kommt, dass durch die Gewinnung riesige Wassermengen mit Chemikalien verseucht und damit für die Wasserversorgung unbrauchbar werden.

Wegen der hohen Umweltgefährdung hat Frankreich die Gewinnung von Schiefergas verboten.

Entscheidend ist zusätzlich, dass der Verbrauch fossiler Energien in den kommenden Jahren stark zurückgehen muss, damit die Erderwärmung sich nicht noch mehr beschleunigt. Wenn alle vorkommen an Öl, gas und Kohle, die man noch findet, auch tatsächlich genutzt werden, würde sich die Erde um weit über 8 Grad erwärmen!

Daher vertritt ENERGYPEACE die Ansicht, dass die Gewinnung von Schiefergas auch in Österreich so wie in Frankreich gesetzlich verboten werden soll und die dadurch frei gesetzten Mittel zum Ausbau der erneuerbaren Energien verwendet werden.

Für weitere Informationen siehe auch Artikel/Vorträge/Fachbeiträge.